Bericht: Alicia Wenzel
Anfang des Jahres kam Zuzana Nitsch-Rohac auf weRTvoll zu. Sie ist Diplompädagogin und arbeitet als Sozialarbeiterin an der Hohbuch-Grundschule. Als Koordinatorin und pädagogische Fachkraft im Kinderschutzbund hat sie große Nähe zu von Armut betroffenen Familien. Sie hatte beobachtet, dass trotz zahlreicher Essensangebote in der Schule viele Kinder oft Fertigprodukte in ihren Tupperdosen dabei haben.
Zum einen ist klar, dass es im Alltagstrubel nicht immer möglich ist, das „perfekte“ Schulbrot für die Pausen mitzugeben. Zum anderen kennen viele Eltern das Problem, dass sie extra Vollwertkost mitgeben und am Ende ein aufgeweichtes Brot in die Tonne werfen können.
Das ist aber gar nicht Zuzanas Anliegen. Sie möchte hier nicht den Zeigefinger erheben und Kinder oder Eltern erziehen, wie sie das Essen ihrer Kinder gestalten. Sie möchte Kinder mit verschiedenen regionalen Produkten vertraut machen, Spaß an Lebensmitteln vermitteln und ganz besonders aufzeigen, wie viel Geld man sparen kann, wenn man aufs Selbermachen setzt. Das alles soll leicht verständlich sein, sodass die Kinder etwas aus der Aktion mitnehmen können und eine praktische Anregung an die Eltern mitgegeben werden kann.
Zuzana wird von Sabine Schwaigerer unterstützt. Sie ist Fachberaterin für Kinder- und Jugendernährung und arbeitet als Schulgesundheitsfachkraft an der Eduard-Spranger-Schule. Sie weiß, wie wichtig es ist, dass Kinder sich selbst damit auseinandersetzen, was ihre Körper brauchen, und war sofort dabei.

Am Aktionstag im Juli ist es so weit. Gemeinsam mit anderen Helferinnen der Schule bereiten Zuzana und Sabine zusammen mit einer kleinen Gruppe von 10 Kindern in der Nachmittagspause im Eingangsbereich ein großes Obst-Buffet vor, sodass andere Kinder neugierig werden und die Eltern beim Abholen anschaulich und unkompliziert teilhaben können.
Als ich zu Besuch vorbeikomme, stolpere ich mitten in die Vorbereitungen. Die Kinder helfen alle fleißig mit, tragen das Obst zum Waschen in die Schulküche und holen Geschirr. Ich sehe viele kleine Hände schnippeln und muss über die kleinen Schürzen schmunzeln, die die Kinder anhaben. Ein Mädchen erklärt mir gleich, sie wisse genau, woher das Obst sei, und erzählt mir, dass sie dort oft mit ihrer Mama einkaufen geht. Das ist super!, denke ich und freue mich, dass die Kinder die Aktion direkt auf ihre Lebenswelt beziehen können. Die Kinder sind richtig konzentriert und es ist ungewöhnlich ruhig, als sie auf Tabletts kleine Obstkunstwerke zusammenstellen. Ich sehe eine Eule, einen Pfau, eine große Raupe aus Äpfeln, Erdbeeren, Bananen und Co.


Daneben laden Poster zu regionalem und internationalem Obst und Gemüse sowie ein Quiz zum Mitmachen ein. Auf einem Demonstrationstisch wird direkt klar: Selbst gemischter Naturjoghurt mit Marmelade ist kinderleicht zubereitet und deutlich günstiger als gekaufter Fruchtquark. So werden gesündere Alternativen ohne belehrende Töne greifbar und sparen den Eltern ganz praktisch Geld
Das Resultat kann sich sehen lassen: Über 80 Quizze wurden am Ende des Nachmittags ausgefüllt, das Buffet gegessen. Zum Abschluss gab es für alle noch ein Sparschwein mit weRTvoll-Sticker zum Mitnehmen nach Hause.
Gerade solche Aktionen veranschaulichen, dass auch kleine Aktionen eine große Wirkung haben können und wie weRTvoll es ist, wenn Impulse der Armutsprävention ihren Weg in die Gestaltung von Teilhabe finden. Ein großes Dankeschön daher noch einmal an Zuzana Nitsch-Rohac und Sabine Schwaigerer für ihr Engagement. Wir freuen uns schon auf die nächste Idee!




